Bürgerverein Konradsreuth
Bürgerverein Konradsreuth

 

5. Verleihung des Bürgerpreises "Goldener Konrad"

"Goldener Konrad" 2006 für das "Unikum" Heinz Spindler

Bei der Auszeichnung des Preisträgers 2006 (von links): Charlotte Großmann, Bürgermeister Willi Koska, Vorsitzender Roland Rischawy, Hannelore Spindler, Preisträger Heinz Spindler, Günter Bauer und Ingeburg Buchta von ProHof und Landrat Bernd Hering.

Das gutbehütete Geheimnis um den fünften Preisträger des "Goldenen Konrad" wurde im Rahmen eines großen Festabends gelüftet. Unter dem Motto "Konradsreuth feiert und tanzt" begrüßte Roland Rischawy, der Vorsitzende des Bürgervereins, die zahlreichen Gäste und Ehrengäste in der festlich dekorierten Schulturnhalle. Ganz besonders freute er sich über die Anwesenheit der bisherigen Preisträger Hermann Achtziger, Manfred Barthold und Werner Koschemann. Für Eberhard Kruppke, den im Februar verstorbenen Preisträger des "Goldenen Konrad" 2004, bat Rischawy die Anwesenden um ein stilles Gedenken.

 

Rischawy dankte allen Sponsoren des Bürgervereins. Mit ihrer lobenswerten Großzügigkeit unterstützten sie die vielfältige Arbeit des Vereins. Er dankte ebenso der gesamten Vorstandschaft und allen Helfern für ihren Einsatz, denn "durch dieses Engagement sind Veranstaltungen wie diese erst möglich".

 

Die Laudatio auf den neuen Preisträger las Werner Koschemann vor, der Preisträger des Vorjahres.

Die Laudatio:

 

Was ist das für ein Mensch – der Konradsreuther Bürger, der in diesem Jahr mit dem "Goldenen Konrad" geehrt wird? Er ist in jedem Fall ein Original – im positiven Sinne. Und er ist in jedem Fall ein Unikum und ein Allround-Talent. Durch seine Aktivitäten hat er den Namen unserer Heimatgemeinde weithin bekannt gemacht.

 

Er ist ein waschechter Konradsreuther, obwohl er nicht hier geboren wurde, sondern in Hof: im Juli 1944. Zum Glück musste er den Umstand, nicht in Konradsreuth zu leben, nur 21 Jahre ertragen. – Denn im Jahr 1965 zog er von Neuköditz in unsere Gemeinde. Hier arbeitete der verheiratete Vater zweier Kinder zunächst in seinem Beruf als Zimmermann, bevor er 1972 als Zivilbeschäftigter zur Bundeswehr in Hof wechselte.

 

In den vergangenen 40 Jahren als Konradsreuther Bürger hat er sich in vielfältiger Weise für das Gemeinwohl eingesetzt und ehrenamtlich verdient gemacht. 1967 trat er in die Sanitäts-Bereitschaft Konradsreuth ein, seit drei Jahren ist er deren stellvertretender Leiter. 1976 erwarb er die Lehrberechtigung Schwimmen der DLRG, und von 1978 an führte er zwanzig Jahre lang ehrenamtlich Schwimmkurse für Konradsreuther Kindergarten-Kinder durch. 1978 baute er im Auftrag des Roten Kreuzes in Münchberg eine Ortsgruppe der Wasserwacht auf.

 

Uneigennützig und unentgeltlich stellt er seine handwerklichen, künstlerischen und schriftstellerischen Fähigkeiten in den Dienst der Allgemeinheit. Unter seinem Leitspruch "Man sollte den Wald als Philosophenweg betrachten" hat der Naturliebhaber einen Rundwanderweg in Konradsreuth in einen "Zauberwald" verwandelt, indem er aus Baumstümpfen mit Motorsäge, Stemmeisen, Schnitzmesser und Farbpinsel über 70 Märchengestalten entstehen ließ. Seit 2001 bringt die Presse darüber immer wieder größere Artikel, und in landkreisweiten Radwegebeschreibungen wird der Zauberwald ausdrücklich mit einbezogen. Im Dezember 2005 sendete Oberfranken TV einen Bericht über den Zauberwald und Heinz Spindler in seiner Werkstatt.

 

Einen weiteren Skulpturenweg legte er bei Markersreuth an, um die Menschen zur Achtung der Natur anzuregen. Das Foyer des Konradsreuther Rathauses ziert ein von ihm gefundener Stein vulkanischen Ursprungs vom Ahornberg mit Standfuß aus Edelstahl; zur Freude der Kinder schnitzte er aus einem Baumstamm im Bürgerpark hinter dem Rathaus "Jonas", den Walfisch, und für heimatgeschichtlich interessierte Bürger schrieb er dank seiner reichen Phantasie und seines umfangreichen historischen Wissens in den vergangenen Jahren viele selbst ersonnene Sagen mit regionalem Bezug. Darüber hinaus erfreute er die Kinder über Jahre hinweg beim Bürgerfest als Ritter Konrad und bestritt ab 1990 mehrere Kleinkunst-Ausstellungen mit selbst gefertigten Objekten, darunter eine Sammlung der vermutlich kleinsten Krippen der Welt.

 

Sein Wesen ist geprägt von schöpferischer Umtriebigkeit, von dem Drang, etwas zu tun, das anderen Freude bereitet: Das sind Eigenschaften, die in unserer von Globalisierung und Gewinnmaximierung geprägten Zeit immer seltener werden. Das Handeln dieses Konradsreuther Bürgers ist von beispielhafter Selbstlosigkeit und von hohem christlichen und sozialen Engagement gekennzeichnet. Die Art, wie dieser Mitbürger das Gemeindeleben bereichert hat und mit Sicherheit weiter bereichern wird, ist nicht alltäglich und verdienst höchste Anerkennung.

 

Wir verneigen uns mit Respekt vor dem Mann, den die Jury des Bürgervereins mit großer Mehrheit für den Konradsreuther Bürgerpreis 2006 ausgewählt hat. Glückwunsch an den Träger des "Goldenen Konrad 2006"! Glückwunsch an: Heinz Spindler.

Glückwünsche gab es auch vom befreundeten Verein ProHof, vertreten durch die Vorstandsmitglieder Ingeburg Buchta und Günter Bauer. "Es ist ein guter Gedanke, auf diese Weise die ehrenamtliche Arbeit zu würdigen", betonte die stellvertretende Vorsitzende von ProHof. "Der Bürgerverein Konradsreuth und ProHof haben viele Gemeinsamkeiten, wir wollen das Ansehen der Region stärken."

 

Diesen lobenden Worten schloss sich Landrat Bernd Hering an. Er dankte dem Preisträger für seine in unzähligen Stunden geleistete ehrenamtliche Arbeit. Hering erklärte sich spontan bereit, den "Goldenen Konrad" für das Jahr 2009 zu spenden. Für die Jahre 2007 und 2008 tun dies Bürgermeister Willi Koska und die Konradsreuther Firma Getränke-Eckhardt. Neben der wertvollen Glasskulptur erhielt Heinz Spindler vom Bürgerverein zusätzlich ein Preisgeld in Höhe von 250 Euro.

 

Nach der feierlichen Preisübergabe ging mit "Harry Davids & Friends" in der Schulturnhalle die Post ab. Mit Hits aus den sechziger, siebziger und achtziger Jahren sorgten die Vollblutmusiker für eine übervolle Tanzfläche und einen unvergesslichen Abend.

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