Bürgerverein Konradsreuth
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8. Kannerschreither Herbstkultur

12. Oktober 2013: Fonsi zu Gast in Konradsreuth

Christian Springer alias Fonsi, Preisträger des Bayerischen Kabarettpreises 2013

Der "Münchner Grantler" Fonsi hat sich zur Konradsreuther Herbstkultur des Bürgervereins die Ehre gegeben. Und obwohl die örtliche Turnhalle am vergangenen Samstag mit zirka 100 Besuchern recht mau besetzt war, machte das den Fonsi alias Christian Springer gar nicht grantig: Zwei Stunden lang unterhielt er die Konradsreuther mit seinem Kabarettprogramm "Jetzt reicht's – leider nicht für alle" und zeigte, dass er auch vor kleinem Publikum so richtig vom Leder ziehen kann.

 

Mit seiner blauen Kassier-Mütze und der obligatorischen schwarzen Aktentasche nörgelte sich Fonsi auf der Turnhallen-Bühne durch die aktuellen Sparten menschlicher Niedertracht. "Früher fuhren die Leute nach Neuschwanstein, schauten sich Burgen und Schlösser an – heute fährt man nach Limburg zum Bischof", griff er gleich zu Beginn den 30-Millionen-Euro-Skandal des "Bischof von Protz" auf. Aber auch vor anderen Geistlichen machte Fonsi nicht Halt: Er fragte sich zum Beispiel, warum man den noch lebenden, bayerischen Ex-Papst Benedikt nicht aufs Oktoberfest eingeladen hatte. "Ein Händl-Gutschein in die Einladung und dann Einzug im Papa-Mobil", malte er sich den himmlischen Wies'n-Auftritt aus. "Aber da würden wahrscheinlich manche denken, das ist ein neues Fahrgeschäft!"

 

Natürlich kam er nicht umhin, auch eine Watschen an die große Politik zu verteilen: "Die Bundestagswahl ist vorbei, regiert werden wir aber noch nicht. Das dauert noch ein paar Wochen." Während sich Merkel und Konsorten gemächlich durch unzählige Sondersitzungen und Koalitionsgespräche plauderten, lenke zumindest die CSU in Sachen Homo-Ehe ein. Der scharfsinnige Beobachter Fonsi brachte es auf den Punkt: "Die CSU sagt: 'Homo-Ehe ja – aber einer muss a Fraa sein!'"

 

Der Kabarettist hatte die Lacher schnell auf seiner Seite, auch wenn vor allem der zweite Teil seines Programms Längen aufwies. Mittendrin unterbrachen plötzlich die Piepser zweier Konradsreuther Feuerwehrmänner den eifernden Grantler. Sie hechteten hinaus, Fonsi starrte ihnen fassungslos hinterher und sagte trocken: "Das waren jetzt aber net viele, die da hinaus gerannt sind. Is des scho die ganze Feuerwehr?" Nachdem er seinen Faden wieder gefunden hatte, zog er neben der Ministerin für Verbraucherschutz und Dirndl, Ilse Aigner, auch die Bildungsministerin Annette Schavan durch den Kakao: "Die Frau Schavan hat ja jetzt keinen Doktor mehr – halt nur noch einen für ihre Hühneraugen."

 

Und auch die Wolfssichtung im Fichtelgebirge vor eineinhalb Jahren nahm Fonsi auf die Schippe, denn man könne ja nie wissen, ob es vielleicht ein Österreicher sei. "Der Wiener Wolf ist ein ganz gemütlicher. Der kommt im Fiaker gefahren." Die Angst vor dem bösen Wolf sei heutzutage sowieso unbegründet, denn das romantische Bild von Isegrim, der den Mond anheult, entspräche nicht mehr der Realität: "Gehen Sie das nächste Mal bei Vollmond in den Wald. Da finden Sie sicher keinen Wolf auf der Lichtung - denn da sitzen schon die Esoteriker, die im Mondschein Basilikum pflücken."

 

Nach zwei Stunden und einer Zugabe auf seinem "alpenländischen Instrument", der Zither, entließen die Konradsreuther ihn mit viel Applaus von der Bühne. Die Vorsitzende des Bürgervereins, Charlotte Großmann, zeigte sich etwas enttäuscht, dass so wenige Konradsreuther das Angebot der Herbstkultur genutzt haben: "Das war wahrscheinlich das letzte Mal, dass wir es so groß in der Turnhalle aufziehen. Wir werden vielleicht in ein kleineres Lokal umziehen."

Text und Foto: Tina Eckardt

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