Bürgerverein Konradsreuth
Bürgerverein Konradsreuth

 

6. Verleihung des Bürgerpreises "Goldener Konrad"

"Goldener Konrad" 2007 geht an Siegfried Schörner

(von links): Roland Rischawy, ProHof-Vorstandsmitglied Heinz Zrenner, Bürgermeister Willi Koska, Charlotte Großmann, Laudator Heinz Spindler, Lore Schörner, Preisträger Siegfried Schörner und Landrat Bernd Hering

Das große Geheimnis um des Preisträger des "Goldenen Konrad 2007" ist gelüftet. Siegfried Schörner bekam für sein übergroßes ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Bürger und seiner Heimatgemeinde die ehrenvolle Auszeichnung durch den Bürgerverein Konradsreuth überreicht.

 

Die Verleihung des Ehrenpreises "Goldener Konrad" sei in den vergangenen sechs Jahren zu einem besonderen Höhepunkt im gesellschaftlichen Gemeindeleben geworden. Roland Rischawy, Vorsitzender des Bürgervereins begrüßte die zahlreichen Gäste und freute sich, dass auch viele Ehrengäste der Einladung gefolgt waren. "Die Verleihung des Bürgerpreises Goldener Konrad ist eine Verneigung vor dem Ehrenamt, ist eine feierliche und öffentliche Verbeugung vor den Menschen, die sich in nichtalltäglicher Weise unentgeltlich und uneigennützig für die Allgemeinheit engagieren", sagte Rischawy. Der diesjährige "Goldene Konrad" - eine Glasskulptur aus der Werkstatt von Glasdesigner Peter Schöffel - wurde von Landrat Bernd Hering gestiftet, zusätzlich dotierte der Bürgerverein den Preis mit 250 Euro.

 

Bevor Rischawy zur feierlichen Verleihung des Ehrenpreises überging, zog er ein kurzes Resümee und hielt eine kleine Vorausschau auf die Aktivitäten des Vereins. Der Bürgerverein habe 2006 zum Weltkindertag das bisher größte Projekt, den "Kulturpavillon", an die Gemeinde Konradsreuth übergeben. Dank großzügiger Sponsoren konnte das Projekt fertiggestellt werden und stehe nun den Bürgern, Vereinen, Schulen und Kindergärten für Veranstaltungen aller Art zur Verfügung. Besondere Höhepunkte in diesem Jahr werden sein: das Bürgerfest im Juli, die Herbstkultur und der Kirchweihmarkt. Rischawy freute sich, dass es ihm gelungen sei, für die Veranstaltung "Herbstkultur" am 13. Oktober die aus dem Fernsehen bekannte "Altneihauser Feierwehrkapell’n" mit ihren schrägen Vorträgen nach Konradsreuth zu holen. Dazu werde Gert Böhm, der Autor des Hofer "Gerch", seine beliebten Mundartgeschichten zum Besten geben.

 

Anschließend bat der Vorsitzende den Träger des Vorjahrespreises Heinz Spindler um die Verlesung der Laudatio auf den neuen Preisträger.

Die Laudatio:

 

Er ist sozusagen ein "Ureinwohner" dieser Gemeinde, der erste „Eingeborene" unter den Preisträgern des Bürgerpreises "Goldener Konrad".

 

Geboren wurde er vor 74 Jahren, am 28. Juli 1933, in einer Urzelle dieser Gemeinde: in dem weithin bekannten und vielbesuchten Gasthaus "Roter Ochse". Dadurch kam er schon in früher Kindheit mit einer vielfältigen und breitgestreuten Öffentlichkeit in Berührung. Seine Spielplätze lagen im südlichen Teil des Ortes:

 

- auf dem Feuerwehrplatz zum Beispiel, der damals am Dorfteich lag

- auf dem alten Turnplatz, der heute die Parkanlage am Rathaus ist,

- am Wirthsberg, am Steinberg und im alten Schwimmbad.

 

1939 kam er in die Schule. Im Jahr 1947, in der sogenannten schlechten Zeit gleich nach dem Krieg, verließ er die vertraute Umgebung seiner Kindheit, um seine Schulausbildung in Bayreuth fortzusetzen.

 

1953 machte er das Abitur, und im Jahr 1955 beendete er erfolgreich seine Ausbildung zum Volksschullehrer. Seine berufliche Laufbahn begann er als Aushilfe in verschiedenen Schulen des Landkreises Hof und als junger Lehrer an der einklassigen Volksschule in Wölbattendorf im Jahr 1956.

 

1968 kehrte er mit seiner Familie nach Konradsreuth zurück. Ziemlich schnell stieg er die berufliche Erfolgsleiter nach oben. Er wurde Schulrat und 1985 zum Schulamtsdirektor ernannt. 1998 ging er nach 41 Berufsjahren in den Ruhestand. Trotz seiner starken beruflichen Beanspruchung setzte er sich auf vielen Feldern ehrenamtlich für das Wohl der Allgemeinheit ein. Von 1972 bis 2002 – 30 Jahre lang – war er Gemeinderat in Konradsreuth, davon 28 Jahre als Sprecher der SPD-Fraktion. Er ist damit in der Nachkriegszeit der dienstälteste Gemeinderat von Konradsreuth.

 

Seit 1954 ist er Mitglied im Turnverein Konradsreuth, dem er als aktiver Turner und als Schülerturnwart zu sportlichen Erfolgen verhalf. Dem Breitensport verschrieb er sich durch die Mitbegründung der Individuellen Langlaufgruppe im Jahr 1973 und durch die Einführung des Waldsteinlaufes. Im Gesangverein 1860, dem er seit 1955 angehört, war er lange Jahre als Sänger aktiv. Im Jahr 1988 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Bei den Auftritten des Gesangvereins und der Musikgruppe führt er seit Jahrzehnten als Moderator durchs Programm.

 

Seit 1968 erfreut er in der Gruppe der VHS-Fotofreunde, die er seit 1998 leitet, viele Bürger mit ungezählten Lichtbilder-Vorträgen zu landes- und naturkundlichen sowie heimatgeschichtlichen Themen.

 

Ein Schwerpunkt seiner ehrenamtlichen Tätigkeit ist in den letzten Jahren die Heimatforschung. Hier glänzte er mit vielen Beiträgen zur Ortsgeschichte fürs Gemeindeblatt und mit der Herausgabe von Büchern. Große Leistungen vollbrachte er vor allem als Autor des Bild-Bandes "Konradsreuth, wie es damals war..." und als Verfasser eines Buches über den Gesangverein von 1860, das wertvolle Einblicke in die Zeit um 1885 gibt.

 

Seiner Chronisten-Tätigkeit verdanken wir unter anderem die Erkenntnis, was die Straßennamen von Konradsreuth und Ahornberg bedeuten, dass in der Zeit der Lüchauer an der Untreu einmal ein Goldgräberdorf bestanden hatte, und dass ein Konradsreuther Bürger namens von Reitzenstein während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges als Offizier diente und später in Kanada eine Stadt gründete.

 

Wie wir ihn kennen, ist es so sicher wie das Amen in der Kirche, dass wir von ihm noch viele Entdeckungen, Enthüllungen und Beiträge zur Heimat- und Ortsgeschichte zu erwarten haben.

 

Das Handeln dieses Konradsreuther Bürgers ist von Selbstlosigkeit, von hohem kulturellem Verständnis und von beispielhaftem Engagement zum Wohle der Allgemeinheit gekennzeichnet! Sein ehrenamtlicher Einsatz ist nicht alltäglich und verdient höchste Anerkennung!

 

Der Bürgerpreis Goldener Konrad 2007 geht an einen Konradsreuther Bürger, der sich zeitlebens um seine Heimatgemeinde verdient gemacht hat. Der Bürgerpreis "Goldener Konrad 2007" geht an: Siegfried Schörner.

Siegfried Schörner, der sechste Träger des Preises "Goldener Konrad" dankte für die erwiesene Ehre und die Auszeichnung. Den Preis wolle er nicht für sich alleine entgegennehmen, vielmehr dankte er allen, die ihn bei seiner ehrenamtlichen Arbeit unterstützten, allen voran seiner Frau Lore. "Wir haben vieles gemeinsam erarbeitet und zusammen erreicht." Sinngemäß zitierte er den früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, der im Hinblick auf das Ehrenamt einmal sagte: "Wie traurig sähe es in unserer Welt aus, wenn jeder nur seine Pflicht täte." Spontan erklärte Siegfried Schörner, das Preisgeld zu teilen: "Die eine Hälfte geht an die Kirchengemeinde für die anstehende Renovierung, die zweite Hälfte des Geldes kommt dem Projekt Kulturpavillon des Bürgervereins zugute." Ebenso spontan erklärte er seinen Beitritt zum Bürgerverein und appellierte gleichzeitig an alle Bürger und Neubürger von Konradsreuth, die wichtige Funktion und die Aufgaben der Vereine aktiv zu unterstützen. Er sagte: "Treten Sie unseren Vereinen bei, denn wir brauchen dringend Nachwuchs." Bürgermeister Willi Koska dankte im Namen aller Bürger für das vielseitige Wirken und das große ehrenamtliche Engagement von Siegfried Schörner. "Die Ehrung soll als Auftrieb für deine weitere Arbeit gelten."

 

Glückwünsche gab es auch von Landrat Bernd Hering, der sich persönlich ganz besonders freute, dass der von ihm gespendete Preis seinem langjährigen Freund und Wegbegleiter Siegfried Schörner verliehen wurde. Anschließend wurde zu Tanz- und Partymusik aus vier Jahrzehnten mit der Spitzengruppe "Game Boys" bis tief in die Nacht hinein getanzt und gefeiert.

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